09/2011: Ammersee – 10 Jahre vermisste Person

Vermisster Segler nach 10 jähriger Suche gefunden

Ein seit 10 Jahren im Ammersee vermisster Segler konnte im September 2011 durch die Münchner Firma Tauchdienste lokalisiert werden.

Während der 24-Stunden-Regatta am 08. Juli 2001 kam ein orkanartiges Unwetter auf; die plötzlich einsetzenden hohen Wellen ließen eines der teilnehmenden Segelboote volllaufen und brachten es zum Sinken, die vier Mann starke Besatzung musste von Bord gehen. Zwei der vier Segler überlebten, ein dritter konnte nur noch tot geborgen werden, der vierte trieb leblos  ab und ging schnell unter. Trotz der großangelegten, intensiven Suche durch Polizei und Wasserwacht blieben aufgrund der vagen Angaben zum Unglücksort sowohl der Segler als auch das Boot verschwunden, die Suche wurde nach einigen Tagen eingestellt.

Unseren Recherchen zufolge vermuteten wir den verschollenen Wassersportler in der näheren Umgebung des gesunkenen Segelschiffes und tastete den Gewässergrund systematisch mit einem Sidescan-Sonar auf der Suche nach dem Wrack ab, die dabei ermittelten Objekte überprüften wir mit einer selbst entwickelten Schleppkamera. Im September 2005 konnte das Wrack vor Breitbrunn in 54 Metern Tiefe ausfindig gemacht werden, im August 2006 wurde es in Zusammenarbeit mit der REC-Gruppe, einem Spezialunternehmen aus Türkheim, gehoben. Von dem Segler fehlte nach wie vor jede Spur.

Mit eigens erstellten Tiefenkarten und Strömungsprofilen wurde das Suchgebiet weiter eingegrenzt und mit einem neuen Sonargerät mit höherer Auflösung abgescannt. Die anschließende Auswertung der erfassten Daten ergab mehrere vielversprechende Punkte; bereits das erste mit der Unterwasserkamera überprüfte Echo stellte sich als das der gesuchten Person heraus.

Die Bergung wurde durch die Polizei durchgeführt.

Bislang galt die Suche nach lange im Wasser vermissten Personen als wenig Erfolg versprechend; der aktuelle Fund zeigt jedoch, dass unter Einbeziehung möglichst vieler Umgebungsvariablen, durch die richtige Technik und die entsprechende Vorgehensweise die Möglichkeit besteht, weit mehr als nur Zufallsfunde verzeichnen zu können.

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