01/2009: Chiemsee – Absturz Ultraleichtflugzeug

Suche nach Pilot und Co-Pilot eines Ultraleichtflugzeug

Am Freitag, den 28.11.2008 stürzte ein Ultraleichtflugzeug vom Typ Polaris FK-14 aus noch unbekannter Ursache ab. Die genaue Absturzstelle blieb bis zur ersten Auswertung von Radardaten der Bundeswehr und dem Fund von Wrackteilen am Chiemsee unbekannt. Am Dienstag konnte die Absturzstelle auf den Chiemsee eingegrenzt werden.

Am Dienstag, den 03.12.2008 wurde von der Polizeiinspektion Prien am Chiemsee angefragt, ob wir die Suche mit unserem Sidescansonar unterstützen könnten, da die Wassertiefe im Absturzgebiet bis 73m Tiefe betrug und das abgesteckte Suchgebiet 4km² umfasste.

Die erste Scanfahrt im Chiemsee wurde am 04.12.2008 durchgeführt. Das Suchgebiet war durch wechselnde Wassertiefen von 23 m bis 73 m für die Sidescanfishführung anspruchsvoll. Zum Einsatz kam ein Humminbird 987C Si Combo und das Imagenex Yellowfin Sidescansonar mit 300m Kabelwinde.

Das gesamte Suchgebiet konnte in 3 Tagen mit dem Sidescansonar flächendeckend in einer Frequenz und Richtung abgesucht werden. Dies war durch die enge Zusammenarbeit mit der Bereitschaftspolizei München möglich, die alle entdeckten Sidescanechos mit ihrem ROV untersuchten; damit konnten unsere Sidescanbahnen ohne Unterbrechung fortgeführt werden.

Die Bereitschaftspolizei München konnte neben einigen kleineren metallischen Gegenständen auch ein Segelboot, ein Arbeitsponton, ein Ruderboot und ein kleines Motorboot verifizieren.

Da nicht bekannt war in welchem Zustand sich das Flugzeugwrack befand, musste jedes größere Sidescanecho verifiziert werden. Trotz intensiver Suche und 7 Sidescantagen in der Summe blieb das Flugzeugwrack im Suchgebiet unauffindbar. Auch das von E.ON zur Verfügung gestellte Fächersonar konnte das Wrack im Suchgebiet nicht orten.

Durch das immer kälter werdende Wetter und einen Chiemsee, der begann zuzufrieren, musste am zweiten Weihnachtsfeiertag die Suche eingestellt werden.

Anfang Januar wurde nach einer weiterführenden Interpretation der Radarspuren durch die Bundeswehr das Suchgebiet nach Nordosten ausgeweitet. Anhand dieser neuen Bewertung konnte das Flugzeug innerhalb eines Tages geortet werden

Am 11.01.2009 wurde kurzerhand das neue Suchgebiet mit dem zur Verfügung gestellten Boot des Beruffischers Thomas Lex abgesucht. Da das Boot den Einsatz der 300m Winde nicht zuließ, wurde lediglich das 23m lange Sidescankabel eingesetzt. Nach ca. 20min konnte ein großes Echo in 57m Tiefe ausgemacht werden. Die genaue Positionsbestimmung wurde mit dem Humminbird 987 durchgeführt, welches trotz der für dieses Gerät großen Tiefe aussagekräftige Sidescanbilder lieferte. Etwa 2 Stunden später konnte mit der Unterwasserschleppkamera der gesuchte Ultraleichtflieger identifiziert werden.Um den Verbleib der beiden vermissten Personen zu klären wurde am nächsten Tag der ROV der Technische Einsatzeinheit (TEE) Bereitschaftspolizei München eingesetzt.

Die Bergung des Flugzeugwracks wurde am 12.01.2009 durch die Wasserschutzpolizei Prien und die TEE kurzerhand geplant und bereits am 14.01.2009 durch diese durchgeführt. Bereits nach 4 Stunden war das Flugzeugwrack auf der bereitgestellten PKW-Fähre sicher befestigt und konnte der ermittelnden Kripo Traunstein und dem Bundesamt für Flugunfalluntersuchungen überstellt werden.

Wir möchten uns für die hervorragende Zusammenarbeit und Unterstützung seitens der Polizeiinspektion Prien, der Wasserschutzpolizei Prien, dem TEE der Bereitschaftspolizei München, der DLRG und Wasserwacht, EOn sowie Thomas Lex bedanken. Ohne das Miteinander wäre diese Suche sicherlich nicht so schnell erfolgreich gewesen.

Hier noch einige Eckdaten zu unserem Teil des Sucheinsatzes:

Gesamte Suchtage: 7

Suchgebiet: 6,6 km²

Gesamte gescannte Fläche: 18,8 km²

Gefahrene Kilometer Boot während des Scannes: 82,3 km

Insgesamt gefahrene Kilometer mit dem Boot: ca. 200 km

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